6. Tagebuch (Wilder Balkan, 5600km, 22Tage, 50ccm, 2015)

Servus,

endlich war es wieder so weit und ich konnte nach dem „Fastenjahr 2014“ wieder auf die Straße. Diesmal in großer Gruppe, was unbekannte Freuden, aber auch Herausforderungen mit sich brachte. Insgesamt war es eine ereignisreiche Tour, mit viel Spaß. Ich habe sie sehr intensiv erlebt und sie wird mir als eine der schönsten Reisen, die ich je unternommen habe, in Erinnerung bleiben.
Die Route führte uns wie immer vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten und traumhaften Landschaften, mitten durch das Herz des wunderbaren Balkans. Die Bezeichnung Balkan sehe ich dabei keinesfalls in einem negativen Licht, wie das oft dargestellt und benutzt wird. Wir haben dort unglaublich offene, freundliche Völker und Menschen kennengelernt. Fremdenfeindlichkeit, Missachtung oder Arroganz konnten wir glücklicherweise nicht finden. Ich kann mich nach 2013 nur wiederholen und empfehlen, dass der Balkan immer eine Reise wert ist!

Ich wünsche euch beim Lesen ähnlich viel Freude. 😉
Rollertour2015-Tag008-F017Von links nach rechts: Bastian, Maik, Peter und Björn.

 

Inhaltsverzeichnis

Seite 3
Tag 19
Tag 20
Tag 21
Tag 22
Daten
Meine Kosten
Höhenprofil
Route
GPX-Datei (Track)
Mein Spritverbrauch
Grober Temperaturverlauf

Seite 2
Tag 9
Tag 10
Tag 11
Tag 12
Tag 13
Tag 14
Tag 15
Tag 16
Tag 17
Tag 18

 

Planung und Vorgeschichte
Nach der grandiosen Erfahrung 2013 in Albanien und Mazedonien, wollten wir dem Balkan einen weiteren Besuch abstatten. Zu eindrucksvoll waren die Landschaften gewesen. Zu freundlich und aufgeschlossen die Bevölkerung. Zu schmackhaft und günstig die kulinarischen Genüsse. So blieb es nicht aus, dass der Wunsch in uns reifte, es mit den Rollern bis Asien zu schaffen. Um genau zu sein, in den asiatischen Teil von Istanbul. Dort wo sich Orient und Okzident treffen, in einer Stadt die niemals schläft und so fremd, aber auch zugleich so anziehend, anmutet.
Somit stand das Endziel fest. Der Rest der Route sollte durch den östlichen Teil des Balkans laufen und wurde gefüllt mit alten Burgen, Transsilvanien, den mysteriösen Karpaten und sagenhaften Küstenstraßen. Nach der ca. 3500km langen Hinfahrt sollte es quer durch Griechenland bis zu einem der großen Häfen gehen. Die Fähre, so war der Plan, sollte uns in Venedig oder Triest, zum letzten Ritt, ausspucken.

Nachdem mein Roller auf der Tour 2013 bei den beiden Unfällen nahezu vollständig zerstört wurde, musste ich so viel vorbereiten, wie noch nie. Ich nahm das zum Anlass den Roller komplett neu aufzubauen und auch umzubauen. Zu finden sind meine Arbeiten unter der Rubrik „Projekt GlobetRoller“ hier auf meinem Blog. Leider wurde ich nicht rechtzeitig mit dem Umbau fertig, sodass ich ein Ersatzfahrzeug ausrüsten musste.
Peter, neu dabei auf großer Tour, baute ebenso ein komplettes Packsystem an seinen Kymco Like 125 4T. Er war der einzige Fahrer mit einem „großmotorisierten“ 125er Roller und ist unser Frauenheld. Kein weibliches Wesen blieb unterwegs unregistriert. 🙂
Ebenso begleitete mich wieder Björn aus Eberswalde, unser gut gelaunter Vielfraß mit Hang zur Elektronik. Er war schon 2013 mit dabei und ist unser Kameramann. Schon im vorigen Jahr hatte er für eine Irlandreise, seine Vespa 50 4V 4T mit Alukoffern ausgestattet.
Auch neu dabei war Maik aus Stuttgart. Unser Kraftfahrer und Ruhepol in der Gruppe. Seinen baufälligen Gilera Stalker 50 2T verbannten wir auf den letzten Platz in unserer Karawane, denn er, wie auch sein Roller, gaben regelmäßig Rauchzeichen und vernebelten uns die Sicht. 😉
Wieder wollte Michael aus Ungarn zu uns stoßen. Schon die letzten Jahre begleitete er mich zum Teil auf meinen Reisen. Er ist ein einsamer Wolf, welcher kommt und geht. Trotzdem freue ich mich jedes mal ihn zu sehen. Nach seiner Heirat 2015 ist er nun auch mit Fußfesseln unterwegs, was ihn aber nicht störte, die Tour mitfahren zu wollen.

Starten wollten wir in Ostheim vor der Rhön, in meinem Heimatort. Björn wollte einen Tag vorher aus Eberswalde bei mir eintreffen. Mit Peter aus Bad Neustadt sollte es zum Treffen in Bad Königshofen, zum Frühstück, kommen. Anschließend hatten wir vor uns mit Maik an der tschechischen Grenze zusammenzuschließen, welcher aus Stuttgart anreiste. Michael zu guter Letzt, wollte in Ungarn zu uns stoßen.

 

Meine Ausrüstung
Roller (Yamaha Giggle).
Zelt, (Rejka Antao II light).
Schlafsack und ISO-Luftmatratze.
Hobo, Taschenmesser.
2 Seitenkoffer und ein Tankrucksack.
Niedriger Campingstuhl.
Warnweste und Verbandskasten.
Grüne Versicherungskarte für das Ausland.
Mitgliedschaft beim ACE und Kraftfahrerschutz.
Ausgedruckte Dokumente, z.B.
Verkehrsrecht im Ausland, Zwischenziele.
Straßenkarten für die befahrenen Gegenden.
DSLR-Kamera Pentax K100Ds mit Tamron 17-50mm und Pentax 55-300mm.
Sena SMH5-FM zur Kommunikation zwischen Peter und mir.
ALK Copilot 9 Naviprogramm auf meinem Sony Xperia Acro S.
Zigarettenanzünderbuchse im Helmfach plus Ladekabel fürs Handy am Lenker.
Werkzeug und Ersatzteile, was man so braucht.
Sonstiger Kram wie Klamotten, Lampe etc.
Hier kann man meine komplette Packliste einsehen.

 

Danksagungen
Björn und Maik: Danke für die schöne Tour, es hat Spaß gemacht!
Peter: Herzlichen Dank für die Hilfe beim Rollerumbau und den erinnerungswürdigen Urlaub.

Motorrad Pedack Fürth: Danke für die Hilfe auf alle möglichen Probleme, mein Ansprechpartner für alles Technische und Werkstatt des Vertrauens.
Markus: Auch ein Dank an meinen persönlichen Wartungsknecht, welcher mir immer hilfreich zur Seite steht. 😉

 

Tourenvideo

 

Für die Großdarstellung, einfach auf das entsprechende Foto klicken!

1. Tag (Nix wie weg)
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Zurückgelegte Strecke: 424km

Björn war schon am Abend vorher bei mir in Ostheim angereist, so konnte es zeitig um 0745 losgehen. In Bad Königshofen sollte Peter zu uns stoßen, zum Frühstück. Es war sehr kühl, ein Tribut den wir zahlen mussten, da wir dieses Jahr erst Mitte September losgekommen sind. Nach dem ausführlichen Frühstück und kurzem Flirt mit der Bäckerin, fuhren wir strickt nach Osten, Karlsbad entgegen. Wir folgten der ehemaligen innerdeutschen Grenze, auf kleinen Nebenstrecken. Irgendwo zwischen Nirgendwo und Anderswo verlor Peter seine nagelneue, unbenutzte Isomatte. Da er hinten fuhr, merkte es nur der nachfolgende Autofahrer. Leider machte er uns erst 5min später darauf aufmerksam, sodass die Matte unwiderruflich verloren war, trotz mehrmaligem Abfahren der letzten Strecke.
Glück hatten wir aber mit dem Wetter. Es war zwar kühl aber sonnig, ohne ein Wölkchen am Himmel.
Neu auf dieser Tour dabei hatte Björn eine Actioncam, mit der er fleißig Aufnahmen produzierte. Peter und ich hatten uns das Sena SMH5-FM geholt, eine Gegensprechanlage für Motorradfahrer. So konnten wir uns unterwegs unterhalten. Im Nachhinein betrachtet, war diese Anschaffung jeden Cent wert, auch wenn mit den Geräten nicht alles glatt lief. Wir können solche Freisprecheinrichtungen nur weiterempfehlen. Nicht nur Gespräche untereinander kann man führen, sondern auch Telefonate tätigen oder Navi-Ansagen durchstellen lassen. Die Sprachqualität ist unerwartet gut.

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Natürlich mussten wir mit diesem Ortsschild ein Foto schießen. Es ist einfach zu passend. 🙂
Irgendwann passierten wir die Grenze zu Tschechien, fast unbemerkt. Weiterhin ist bis Karlsbad nichts Erzählenswertes mehr passiert. Wir sind gut vorwärts kommen und haben die bekannten Gefilde zügig hinter uns gelassen.

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Karlsbad, unser erstes Zwischenziel, lockte mit verträumten Gässchen und schönen Fachwerkhäusern. Ein Vorteil hatte der späte Start im Jahr, die Touristen waren fast schon vollständig wieder daheim. Diesen Umstand sollten wir noch auf der gesamten Tour genießen können.
Zuerst gab es Kaffee, Espresso, Iced Americano (nur um zu testen, was das ist) und Apfelstrudel. Zu sehen sind links Björn und rechts Peter bei der wohlverdienten Pause.

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Mir hat dieser Ort sehr gut gefallen. Irgendwann komme ich wieder hierhin.

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Das berühmte Grandhotel Pupp findet sich am Ende der schönen Altstadt. Für einen gemütlichen Stopp mit Kaffee und Kuchen ist Karlsbad auf jeden Fall gut.

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Das sehen wohl auch andere so …

Maik meldete sich nun. Er wollte eigentlich kurz hinter Karlsbad zu uns stoßen. Leider hatte er am ersten Tag schon eine Panne. Die Lichtmaschine gab noch in Deutschland ihren Geist auf. Es ist Maiks Krisenmanagement und seinem Glück zu verdanken, dass er so einen großen Schaden noch am selben Tag repariert bekam. Wir verabredeten als neuen Treffpunkt Prag, in den Abendstunden. So konnte Maik seine Strecke von Stuttgart aus etwas abkürzen, ohne den Umweg über Karlsbad nehmen zu müssen.

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Bis Prag war es nicht mehr weit, sodass wir kurz nach Sonnenuntergang in der Innenstadt waren. Björn, Peter und ich hatten etwa 2 Stunden Vorsprung vor Maik, welcher ein wahres Rennen bis Prag veranstaltete. Also beschlossen wir zu Abend zu essen. Überall gab es nette Lokale und urige Restaurants. Uns zog aber ein Stand mitten auf dem Platz an, welcher Spanferkel über dem Holzfeuer grillte. Es sah und roch einfach zu gut, um daran vorbeizulaufen. Nachdem 2013 unser Spanferkelessen auf der Adria Magistrale kolossal schief gelaufen war, konnten wir diesmal leider auch nicht genussvoll in das saftige Fleisch beißen. Der Ladenbesitzer wollte doch tatsächlich 50€ für 3 Portionen. Das ist an Wucher und Abzocke nun nicht mehr zu übertreffen. Kurzerhand ließen wir das unverschämte Ferkel und das Fleisch links liegen und wandten uns wieder den Restaurants zu.

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Wir bestellten natürlich standesgerecht Gulasch mit böhmischen Knödeln. Unsere Touren sollen explizit auch kulinarische Entdeckungsreisen sein. Im Sinne dessen, probieren wir möglichst regional zu essen. Björn aber versucht immer ALLE Gerichte auf der Speisekarte zu bestellen. Das trieb unsere Mägen auf der weiteren Reise regelmäßig an ihre Belastungsgrenzen. Peter vergaß, im Gegenzug dazu, fast das Essen. Er war einfach zu beschäftigt, jedem Rock hinterher zu schauen oder auch zu winken. 🙂
Wobei zugegebenermaßen dort sehr viele schöne Frauen zu bewundern sind.

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Die Moldau lag ruhig vor uns. Auf dem Berg Hradschin (Burgstadt) thront der Pražský hrad über Prag. Es ist das größte geschlossene Burgareal der Welt.
Vor diesem grandiosen Panorama warteten wir die restlichen Minuten auf Maik.

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Unser Timing war perfekt, wie auch auf der ganzen restlichen Tour. Das war schon fast unheimlich! Kaum waren wir aus der Tiefgarage gefahren und hatten ein paar Fotos geschossen, war Maik da.
Anschließend fuhren wir nur noch aus der Stadt. Mein Plan auf einem Stoppelacker zu nächtigen wurde von der restlichen Gruppe zerschmettert! Mir war entgangen, dass es sich um frisch bepflanzten Grund gehandelt und wir den Acker mit 8 Rädern umgepflügt und neu angelegt hatten, zum Leidwesen des Bauern. Ein Wildcamp fanden wir daraufhin an einem Feldweg. Dort waren wir zu müde und faul, um unsere Zelte aufzubauen. Wir legten uns einfach mit den Schlafsäcken auf unseren Planen schlafen. Nur Björn blies sein Druckluftzelt auf. Gegen 2400 herrschte Nachtruhe.

Somit hatten wir unser verrücktes Ziel erreicht. Nämlich bei Nacht noch Prag zu durchqueren, um dem Verkehr am nächsten Tag aus dem Weg zu gehen.

 

2. Tag (Showdown mit der Straßenwalze)
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Zurückgelegte Strecke: 285km

Um 0630 war die Nacht auch schon vorbei. Es war empfindlich kalt, deutlich unter 10°C. Und das ist leider die empfohlene Komforttemperatur meines Schlafsacks. Außerdem waren die ganze Nacht Wühlmäuse unter mir durchgekrochen oder auf mir rumgesprungen. Nie wieder lege ich mich in einen Seitengraben zum Schlafen! Die blöden Viecher haben mich ständig wach gemacht, wenn sie sich unter meiner Plane hervor kämpften.

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Bis die anderen fertig waren, nutzte ich die Zeit, um Tagebuch zu schreiben. Wobei das zu viel gesagt ist. Ich notiere mir nur Stichpunkte.
Nachdem den ganzen Morgen Autos und Jogger an uns vorbeikamen, wunderten wir uns nicht, dass uns auch die Polizei einen Besuch abstattete. Nach einer kurzen Aufforderung, hier nicht zu campen, war das aber auch erledigt.

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Und hier ist einer der Übeltäter. Björn probierte sich erfolgreich als Rattenfänger von Hameln. Anschließend wurde noch ausführlich Kaffee gekocht, bis wir uns gegen 0900 zur Weiterfahrt aufmachten.

Die Ebene hinter Prag, oder besser gesagt die Landschaft, war nicht sonderlich interessant. Schnell kam an diesem Vormittag Langeweile für das Auge auf. Da traf es sich gut, dass das nächste Zwischenziel Litomyšl (Leitomischl) nicht so weit entfernt lag. Dieser Ort war auf Peters Wunschliste, da er vor einiger Zeit dort geschäftlich zu tun hatte und gern wieder vorbeischauen wollte.

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Zuerst wurde eine Pâtisserie geplündert. Es schmeckte fabelhaft, bis auf die Tatsache, dass fast alle Süßspeisen außerhalb der Heimat dem deutschen Gaumen etwas zu süß abgeschmeckt sind. Aber das kennt man ja schon und kann sich darauf einstellen. Außerdem konnte es nur noch süßer werden. Stichwörter: Türkischer Honig und Baklava.

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Litomyšl wirkte leider wie ausgestorben, aber trotzdem sehr ansehnlich, wie so viele tschechische Kleinstädte.
Nach dem Kaffeekränzchen führte uns der Weg einen kleinen Bogen nach Norden, in das Altvatergebirge, welches der östliche Ausläufer der Sudeten ist.

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Björn (vorne) fuhr hinter mir und da er am Berg langsamer war, konnte ich oft Abstand gewinnen, um Fotos zu schießen. Maik (hinten) war zwar schneller unterwegs, musste dafür aber alle 120km tanken.

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Oft wurde es Peter bei Anstiegen zu bunt und er überholte mit seiner „Rennmaschine“. Ich kann ihn verstehen. Aber nicht dieses Mal und so konnte ich ihn ebenso ablichten.

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Nanü, da fehlt die Straße! Lustigerweise war diese Baustelle auch Sonntags in Betrieb. Zwei Mann arbeiteten am Feiertag und passten auf die teuren Gerätschaften auf, die wohl sonst unfreiwillig abhanden kommen könnten. Dass wir mitten durch die Baustelle fuhren störte sie nicht. Wir waren nur verdutzt, als uns eine rollende Straßenwalze entgegen kam. Das Angsthasenspiel gewann souverän die Walze, wer kann es uns verdenken …
Kurz danach passierten wir Šumperk (Schönberg).

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Noch im Altvatergebirge schlugen wir unser Camp, auf einer Wiese am Waldrand, auf. Wir nutzten die Gelegenheit für eine Flaschendusche, die dringend nötig war. Sau kalt war das! Gut dass wir keine weibliche Begleitung hatten. Man(n) hätte sich schämen müssen!
Natürlich wurde auch gegrillt. Wie zu sehen gab es Wurst und Hähnchenstücke, fachgerecht durch Björn aufgereiht, aber auch Ćevapčići. Maik war besonders kreativ und grillte eine volle Schachtel Zigaretten. Naja, über Geschmack lässt sich ja nicht streiten …
Ich schrieb Michael, dem letzten fehlenden Mitfahrer, eine SMS, dass wir entweder am Ende des 4. Tages oder am Anfang des 5. Tages in Miskolc (Ungarn) sein würden, damit er seinen Zeitplan ausarbeiten konnte.
Um 2200 legten wir uns in die Dackelgaragen.

 

3. Tag (Der Saft fehlt)
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Zurückgelegte Strecke: 212km

Um 0630 krähte der Hahn in Form eines lärmenden, vibrierenden Kastens. Kurz nach dem Aufstehen fuhr ein Geländewagen den abgelegenen Feldweg hinauf, von welchem unser Camp zu sehen war:
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Daraufhin beeilten wir uns etwas mit dem Packen. Das Frühstück wurde verschoben.

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Noch immer im Altvatergebirge, frühstückten wir mit Ausblick. Es war zwar etwas windig, aber das Panorama und die Natur ließen uns das schnell vergessen. Peter und Maik kochten Kaffee, während Björn und ich die Strohballen bestiegen. Ein wenig Kind steckt doch in jedem Mann und sollte das auch! Wie mir scheint, ist dieser Aspekt bei uns aber besonders ausgeprägt. 🙂

Nach zwei Tagen Tschechien, verließen wir nun das Land. Die Slowakei wartete erkundet zu werden. Aber kaum über der Grenze fing Björns Licht an zu flackern. Wir hielten bei einem Museum, damit Björn die Lage klären konnte.

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Unsere 2 altgedienten Haudegen erinnerten sich an alte Zeiten. 😉

Leider fand Björn das Problem nicht und es wurde zunächst ignoriert. Nun fuhren wir genau auf die Hohe Tatra zu. Nur kamen wir nicht weit. In einem Ort hielten wir zur Mittagspause. Björn nutzte die Zeit, um weiter auf Fehlersuche zu gehen. Kaum saßen wir auf den Parkbänken, des kleinen Parks, gingen unglaublich laute Megaphone an. Zuerst wurde einheimische Volksmusik geträllert, gefolgt von einer offiziellen Ansage. Von dieser verstanden wir jedenfalls kein Wort, waren aber froh, als die Zwangsbeschallung endlich endete. Nach 2 Stunden Schrauben gab Björn auf. Wir machten einen Piaggio-Händler in Žilina (Silein) ausfindig, welcher uns an dem späten Nachmittag noch helfen wollte. Es war inzwischen 15 Uhr und wir waren noch 45km entfernt. Also mussten wir uns beeilen. Im Stadtverkehr verloren wir Peter und Maik aus den Augen, was nicht schlimm war, denn jeder hatte die Adresse des Händlers.

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Dort angekommen stellte sich heraus, dass wir beim Generalimporteur der Slowakei gelandet waren. Björn machte sich gleich mit dem Mechaniker und Chef, sowie einem anderen Kunden, welcher übersetzte, an die Fehlersuche.
Wir anderen gingen in das Irish Pub nebenan zum Abendessen (Pasta und Burger). Beides war sehr gut. Ab und zu schauten wir abwechselnd nach dem Rechten. Langsam wurde klar, dass es am Ladesystem des Rollers lag. Die möglichen Fehlerquellen waren daher entweder der Akku, die Lichtmaschine, der Laderegler oder der Kabelbaum. Leider hätte es mehrere Tage gedauert, bis bestellte Ersatzteile in die Slowakei geliefert worden wären. Somit war eine Lösung in weite Ferne gerückt und darum wurde ein Ersatzplan geschmiedet. Da Björns Roller den Akku nicht mehr lud, wollten wir einen Zusatzakku kaufen, welcher dann abwechselnd an den anderen Rollern geladen wird. Bei jedem Tankstopp sollte dann ein frisch geladener Akku in Björns Roller eingebaut werden. Björn kaufte also den Ersatzakku und lud den sehr netten Übersetzer, sowie den hilfsbereiten Inhaber der Werkstatt, zum Abendessen im Irish Pub ein. Nach einer lustigen Stunde verabschiedeten wir uns, kauften noch Verpflegung in einem Supermarkt und fuhren in der Dunkelheit aus Žilina heraus. Gleich hinter der Stadtgrenze fanden wir gegen 2000, auf einer Wiese, einen Platz zum Schlafen.
Als das Camp aufgebaut war, nutzten Peter und ich die Möglichkeit zu einer Flaschendusche, im Nieselregen. Leider zogen noch dunklere Wolken auf, aber wir sollten zunächst geschont werden. Der Niesel war nicht von langer Dauer. Wir standen noch in der sehr düsteren, sternlosen Nacht und unterhielten uns bis 2200, bei Bier und trotz allem guter Laune. Kaum waren wir im Zelt verschwunden, brach der Damm. Eine Stunde lang kam alles vom Himmel, was er hergab. Hiernach hatten wir eine ruhige Nacht und jeder schlief gut.

 

4. Tag (Hohe Tatra und Zipser Burg)
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Zurückgelegte Strecke: 344km

Wir standen zum Sonnenaufgang um 0600 auf, schließlich waren wir von der Hauptstraße aus zu sehen.
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Björn machte sich erneut auf die Fehlersuche an seiner Vespa. Diesmal mit neuer Idee. Er hatte in der Vergangenheit schon einmal Probleme mit der Lichtmaschine und damals war es der Kabelbaum. Und diesmal auch!
Nachdem der Wackelkontakt und Kabelbruch „fachgerecht“ mit einer Lüsterklemme neu zusammengepfuscht wurde, lief die Vespa wieder einwandfrei.
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So einfach kann es sein, wenn man weiß, wo man suchen muss. Die Probefahrt über die feuchte Wiese machte ihm sichtlich Spaß.

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Es war eine nasse Nacht und ein feuchter Morgen. Die Zelte wurden nass verpackt und um 0830 fuhren wir weiter.

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Langsam aber sicher wurden die Straßen schlechter, aber noch machte uns das keine Probleme. Dafür wurde die Landschaft auch sehenswerter! Bisher war sie zwar recht hübsch anzusehen, mit leichten Hügel, bewaldet oder bewirtschaftet, oft mit weitem Blick, doch das wurde nach 3 Tagen auch etwas langweilig. Also freuten wir uns auf die Abwechslung, mit welcher die Hohe Tatra, der höchste Teil der Karpaten, auf uns wartete.

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Noch hingen die Regenwolken der Nacht über dem Tal. Sonnenstrahlen bahnten sich ihren Weg durch das deprimierende Grau. Wir waren fast alleine unterwegs. Kaum ein Auto begegnete uns. Das genossen wir und die wunderschöne Strecke mit tollen Weitblicken.

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Die typische Landschaft der Hohen Tatra ist etwas karg, aber keinesfalls langweilig.
Endlich hatte der Gegenwind ein Ende! Seit Deutschland fuhren wir strikt nach Osten und hatten ständig mit Wind aus West oder Südwest zu kämpfen. Hier im Hochgebirge fuhren wir geschützt, was Björn wohl nicht gut bekam …
Seine Weisheit des Tages: „Manche Leute kaufen sich nur einen Hund, um einen Hund zu haben!“
Nunja, Björn ist komplett Alkohol abstinent und nimmt auch sonst keine Drogen. Ich sage, hätte er es lieber mal getan, das wäre wenigstens eine gute Ausrede!

Um 1500 hatten wir das Gebirge hinter uns und aßen in einem kleinen Lokal zu Mittag. Es gab ungarisches Gulasch und Gordon Bleu. Ja, das wird in der ganzen Gegend wirklich mit „G“ geschrieben. Es hat sehr gut geschmeckt und war wie immer preiswert.
Nach diesem kurzen Intermezzo steuerten wir das nächste Zwischenziel an.

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Die Zipser Burg kam in Sicht. Schon aus dieser Perspektive ist sie beeindruckend. Um so verwunderlicher ist es, wie wenig die Öffentlichkeit in Deutschland von den ganzen Sehenswürdigkeiten und Schönheiten in Ost- und Südosteuropa weiß. Manchmal hat man leider das Gefühl, dass es den „Eisernen Vorhang“ noch geben würde. Allerdings hat das auch den positiven Aspekt, von solchen Attraktionen überrascht zu werden.
Hier an der Burg schrieb ich Michael ein zweites Mal, da ich nun genauer abschätzen konnte, wann wir Miskolc erreichen würden. Wir waren im Zeitplan und würden laut meinen Berechnungen Miskolc Mittags am 5. Tag erreichen. Er antwortete auch direkt, was uns allen aber die Sprache verschlug. Er wartete bereits jetzt an der rumänischen Grenze und nicht wie angenommen in Miskolc! Nun keiner von uns wusste, was wir sagen oder tun sollten. Michael wohl auch nicht. Zunächst glaubten wir erst in 4 Tagen in Rumänien sein zu können. Aber trotz genauem Nachrechnen, waren es immerhin 350km und 2 Tage. Er schrieb mir dann, dass er umdrehen würde, weil er glaubte die Tour würde unter keinem guten Stern stehen. Wir respektierten das, aber verstehen bis heute nicht, wie es zu diesem Missverständnis kommen konnte. Er muss wohl nur die Stichwörter „Tag 4“ und „Ungarn“ gehört und alles andere ausgeblendet haben haben.
Nach diesem doch etwas kleineren Schock, machten wir uns auf, die schöne Burg anzusehen.

Sonderkapitel

 

Nach der Besichtigung entschlossen wir uns zu einer kurzen Nachtfahrt.
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Aber ich bekam einen Platten!
Wir fuhren über breite, gut ausgebaute Kraftfahrstraßen in Richtung Grenze von Ungarn. Die südlichen Ausläufer der Tatra säumten unseren Weg und zauberten schöne Serpentinen auf unsere Strecke. Leider war es schon dunkel und wir konnten die sicherlich schöne Landschaft nicht sehen. Genau aus diesem Grund muss diese Tour unbedingt und zwingend wiederholt werden!
Kurz vor der Grenze verlor ich plötzlich fast die Kontrolle über meinen Roller, denn die Luft aus dem Hinterreifen hatte sich verabschiedet. Nunja, wenn Engel reisen, dann ist das Wetter zwar gut, aber es regnet Splitter und Nägel von unten.
Mein Reifenflickzeug schaffte Abhilfe, sodass wir eine Stunde später weiterfahren konnten. Natürlich hatte niemand mehr Lust, noch eine größere Strecke zurückzulegen, also suchten wir gleich darauf (2330) eine Bleibe für die Nacht.
Um 0315 ignoriert Peter, beim nächtlichen Pinkelgang, das aufziehende Gewitter. Ach ja, woran erkennt man nochmal, dass man alt wird? 😀
Gut, dass ich kurze Zeit später durch lautes Grollen wach wurde, denn 2/4 unserer Gruppe campte ohne Zelt. Also riss ich Peter brutal und ohne schlechtes Gewissen aus dem Schlaf, um ihn vor dem Ertrinken zu retten! Und das war gut so! Kaum hatten wir beide unsere Zelte aufgebaut, vollendete der Himmel, was er mit dem Donner schon angekündigt hatte!

 

5. Tag (Höhlenbad und Gulasch)
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Zurückgelegte Strecke: 190km

Um 0630 endete die Nacht bei Sonnenaufgang. Geregnet hatte es nur kurz. Wir waren von der Landstraße aus zu sehen und auf besagter Straße, genau auf unserer Höhe, hatte ein Mülllaster eine Panne. Also beobachteten wir uns gegenseitig, während wir das Camp abbauten.

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Leider riss mir nun der Gurt, welcher meinen Seitenkofferdeckel hielt. Der Deckel ist seitdem verborgen. Ich hoffe ihn wieder in den Ursprungszustand zurückversetzen zu können. Alu reagiert nicht gut auf das hin und her Biegen.

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Als wir losfahren wollten, machte Maiks Roller Probleme. Nach kurzer Diagnose stand das Problem fest, eine verkohlte Zündkerze. Er hatte wohl zu viel 2-Takt-Öl beigemischt und allgemein lief der Motor etwas zu fett. Jedenfalls war er richtig stolz auf seine erste eigene Rollerreparatur und tuckerte uns fröhlich und mit geschwellter Brust hinterher, Richtung Miskolc (Mischkolz).
Lange hielt Maiks Zustand nicht an. Er blieb in Miskolc liegen. Die Gründe waren 2 linke Schrauberhände, welche den Roller kaputt repariert hatten. Es war aber nur ein loser Zündkerzenstecker, sodass es gleich weiter gehen konnte. Allerdings in getrennten Richtungen. Björn und Maik wollten zum vorher gesichteten Decathlon, um sich fehlende Ausrüstung zu besorgen. Peter und ich fuhren schon zu unserem nächsten Zwischenziel. Im Stadtteil Tapolca gibt es eine besondere Attraktion, welche typisch für Ungarn ist. Sie heißt Barlangfürdő Miskolc Tapolca (Thermalbad Miskolc Tapolca). Ein Bad, welches sich zum Teil in einem unterirdischen Höhlensystem befindet. Wir versuchen immer etwas landestypisches zu unternehmen und zu essen. Hier in Ungarn ist das der Besuch eines Thermalbades und Ungarische Gulaschsuppe.

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Hinter den Umkleiden und Duschen betritt man eine Empore, welche einen schönen Ausblick auf die Eingangshalle bietet. Wir ließen ein paar Stunden die Seelen baumeln. Peter schlief, ich erkundete das Schwimmbad und machte Fotos. Was soll ich sagen, die Bilder sprechen für sich. Ein traumhaft schönes Thermalbad und allemal einen Besuch wert! Zwischenzeitlich trafen auch Maik und Björn ein.

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Das Wasser ist stark kalkhaltig und angenehm warm. Es braucht eine Weile bis man sich in den Höhlen und Gängen zurechtfindet.

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Es waren erschwerte Bedingungen für meine Kamera. Ständig beschlug die Linse und es war düster. Schönere Aufnahmen von dem Bad sieht man unter den Links weiter oben.
Auf Grund des Badeaufenthalts waren die Körper mental und erektional geschwächt. Also fuhren wir zum Mittag einen Großsupermarkt an, um die Zellen zu regenerieren. Aber viel geholfen hat das nicht. Wir waren weiterhin müde. Die nachfolgende Fahrt war anstrengend und das Wetter heiß. Auf weit über 30°C war das Thermometer gestiegen und schonte uns nicht. Aber nach wie vor konnten wir uns eigentlich nicht beschweren. Ende September kann man mit solch gutem Wetter normalerweise nicht rechnen. Die Strecke war langweilig. Wir waren mitten in der ungarischen Puszta, welche zwar ungeheuer fruchtbar, aber auch bretteben ist.
Den ganzen Nachmittag und Abend suchten wir ein Restaurant, schließlich wollten Maik und ich unbedingt Ungarisches Gulasch essen. Leider hatten wir kein Glück. Nur kleine Ortschaften säumten unseren Weg, ohne Restaurant oder Bar. Die Menschen dort haben einfach zu wenig Geld zur Verfügung, um sich Restaurantbesuche leisten zu können. Auf der Suche nach Futtergruben verlor Maik sein Braincap auf einer schlechten Straße. Björn rettete aber Maiks wichtigsten Ausrüstungsgegenstand.
Fündig wurden wir erst 5km vor der rumänischen Grenze. Dieses Lokal, vereint Tanzsaal, Restaurant und Kneipe in sich. Nur so kann der Wirt genug einnehmen, um sein Geschäft führen zu können.

Rollertour2015-Tag005-F013
Uns wurden nur zwei Gerichte angeboten, und JUHU! Ungarisches Gulasch war eines davon. Natürlich schlugen wir uns die Bäuche voll. Das Rezept war regional abgeändert, mit weißen Bohnen, und schmeckte klasse.

Rollertour2015-Tag005-F014
Im Sonnenuntergang fuhren wir über einen sehr kleinen Grenzposten. Björn und Peter bestanden auf einen Stempel in ihren Pässen. Das gefielt dem Zöllner zwar nicht, schließlich machte das ungeheuer viel Arbeit, aber er spielte trotzdem mit.

Unser Camp bauten wir auf einer Wiese, mitten zwischen Maisfeldern auf, nur einen Steinwurf von der Grenze entfernt.

 

6. Tag (Harte Landung)
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Zurückgelegte Strecke: 208km

Die Nacht war erholsam, jedenfalls für 3 von uns. Björn hatte die ganze Nacht Magen-Darm-Beschwerden und kaum geschlafen. Wir anderen hatten nichts davon mitbekommen und waren morgens um 0600 überrascht von der Entwicklung.
Er sah aus wie eine wandelnde Leiche und ich denke, so hat er sich auch gefühlt.

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Nach dem obligatorischen Morgenkaffee und Campabbau, fuhren wir um 0730 weiter Richtung Klausenburg und Transsilvanien (Siebenbürgen).
In der nächstgrößeren Ortschaft wechselten wir Geld und tankten. Bei Penny (jetzt wollen sie wohl den rumänischen Einzelhandelsmarkt zerstören) frühstückten wir. Nachträglich ärgere ich mich, dass wir nicht einen einheimischen Tante-Emma-Laden (wie das wohl in rumänisch heißt?) unterstützt haben. Björn ging es immer noch sehr schlecht. Auf einem Stück Grün legte er sich hin, um sich auszuruhen. Er hatte Fieber. Leider war diese Bepflanzung Bestandteil einer Parkplatzinsel und der Pächter/Eigentümer des Pennymarktes kam sogleich, um zu sehen welches Gesindel es sich auf seiner Verkehrsinsel gemütlich machte. Natürlich hatte er Verständnis für Björns Situation und zog unverrichteter Dinge von dannen. Ob das auch in Deutschland so ausgegangen wäre? Ich bin mir nicht sicher. Sicher ist nur, dass wir uns auf dem ganzen Balkan pudelwohl fühlten. Die Menschen sind sehr gastfreundlich und zuvorkommend. Tugenden, welche hierzulande längst vergessen sind und ich schließe mich aus dieser Bilanz selbst nicht ganz aus. Das ist ein Grund nachdenklich zu werden und möglicherweise auch umzudenken …

Wir fuhren noch etwa eine halbe Stunde bis Björn den Wunsch zur Pause signalisierte.Rollertour2015-Tag006-F003
Im Schatten der Bäume ruhte sich Björn aus, als ein Schäfer mit seiner Schafherde vorbeikam. Auch waren wieder streunende Hunde anwesend. Ein Umstand an den wir uns noch gewöhnen mussten.
Hier entschied Björn uns vorauszuschicken. Er musste schlafen und sich ausruhen und konnte das nicht, wenn wir wartend neben ihm sitzen. Zwar fiel es uns nicht leicht ihn in seinem Zustand alleine zu lassen, aber wir folgten seinem Wunsch und fuhren weiter. Als Treffpunkt wurde Klausenburg für den Abend vereinbart.
Hier zeigten sich die ersten Anzeichen, wie gut diese Gruppe funktionierte und noch funktionieren sollte. Unser Krisenmanagement war wirklich grandios, jeder zuverlässig und selbstständig. Ich sage das auch in dieser Deutlichkeit, da manch einer glauben könnte, wir hätten Björn hier im Stich gelassen. Das sahen aber weder wir, noch er selbst so. Darum ist es ungemein wichtig auf einer solchen Tour auch alleine klar zu kommen und für sich selbst die Verantwortung zu tragen.
Wir ließen ihn also auf dieser Wiese für seinen Gesundheitsschlaf und fuhren mit einem etwas mulmigen Gefühl weiter. Insgeheim dachten wir uns aber, sofort umzukehren, falls sich seine Situation verschlechtern sollte.

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Die Nebenstraße über die ersten Ausläufer der Karpaten war wieder von „spezieller“ Qualität. Ich erkannte sofort Parallelen zu einer bestimmten „Nationalstraße“ in Albanien. Wer meinen letzten Bericht zur Tour „Abenteuer Südeuropa“ gelesen hat, wird wissen was ich meine. Es schüttelte uns unglaublich durch. Maik war schweißgebadet, Peter entnervt und ich hatte riesigen Spaß. 🙂
Allerdings muss ich zugeben, dass mein Roller zwar nicht gut, aber doch deutlich besser gefedert war, als die Fahrzeuge der anderen beiden. Zwischendurch kuschelte Maik beim Ausweichen von Schlaglöchern noch mit einer Dornenhecke, mit deutlichen Spuren an seinen Beinen.

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Aber es kam noch dicker! Über diese Brücke führte unser Weg. Inzwischen waren wir schon 2 Stunden und 40-50km auf diesem schlechteren Feldweg mit faustgroßem Schotter unterwegs, sodass an eine Umkehr nicht zu denken war.

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Wir entschlossen uns also für die Bachdurchquerung, welche deutlich steiler ausfiel, als die Bilder es zeigen. Das gelang uns auch ohne Komplikationen, außer nassen Füßen für mich, denn ich versuchte die Roller beim Fahren zu stabilisieren. Durch den Bach musste trotz der großen Steine Vollgas gegeben werden, um die nachfolgende Steigung zu schaffen.
Als das geschafft war, atmeten wir tief die frische Luft ein. Außer Maik, unser Kettenraucher, welcher sogar während der Fahrt mit geöffnetem Klapphelm rauchte.

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Dies ist im Übrigen eine typische Landschaft dort. Relativ einsam und durchaus angenehm für das Auge.
Viel weiter als bis hierher konnten wir aber nicht fahren, denn Maik fehlte plötzlich.

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Also fuhren wir zurück, um die letzte Biegung und unsere Befürchtungen traten leider ein. Maik war gestürzt! Die Vibrationen auf dieser schlechten Straße hatten seinen Bremssattel los gerüttelt und dieser ankerte anschließend zwischen Felge und Frontgabel. Er war glücklicherweise nicht schnell unterwegs, so ging der Sturz glimpflich aus. Mit Kampfwunden am Bein machte sich Maik gleich an die Reparatur, welche fachgerecht und professionell ausgeführt wurde, wie oben zu sehen. Wer braucht schon 2 Bremsen, die Hintere reicht auch. Leider hat er in dem Stress auch noch seinen Nierengurt verloren.
Wir fuhren weiter, verließen kurz darauf die schlechte Straße und steuerten, auf einer LKW-verseuchten Europastraße, Richtung Klausenburg. Björn teilen wir per SMS mit, er solle eine andere Route mit besseren Straßen wählen.

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Nun suchten wir ausgiebig nach einer Werkstatt, um Maiks Vorderbremse reparieren zu können. Nachdem wir in oben gezeigtem Ort mehrfach hin und her gefahren waren, fand Maik eine ehemalige Rollerwerkstatt. Ich dagegen hatte andere Probleme. Für die Werkstattsuche hatten wir uns getrennt und beim Ortsausgang, bergab bei 65km/h, gab es einen Knall und mein geflickter Pfropfen im Hinterreifen verabschiedete sich mit der darin enthaltenen Luft schlagartig. Den Roller konnte ich nur mit Mühe halten. Das war auch durch die vorbeirasenden LKWs sehr gefährlich. Bremsen konnte ich mit dem instabilen Roller nicht, so dass ich trotz der drängelnden LKWs den Roller langsam ausrollen lassen musste. Zum Stehen kam ich auf dem engen Seitenstreifen, mit rasendem Herzschlag. Einen Motorradreifen zu Flicken ist wohl nicht umsonst verboten. Das war hart!

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Zu dem Foto muss ich wohl nichts sagen.
Peter war hinter mir gewesen und fuhr gleich los, Maik Bescheid geben. Ich baute sofort den Hinterreifen aus. Die extrem nah vorbei brausenden LKWs machten mir Angst. Als Peter zurückkam war ich schon fertig und leihte mir seinen Roller, den ich eigentlich nicht fahren darf. Aber wen interessiert das schon in so einer Situation und in Rumänien. Er passte auf meinen Roller und das Gepäck auf, während ich mehrere der vielen Vulkanizer (Reifenhändler) aufsuchte. Keiner hatte Rollerreifen vorrätig, schließlich gibt es kaum Roller in Rumänien. Auch in Maiks Rollerwerkstatt war nichts zu finden. Also wurde in meinen alten Mantel ein Flicken eingeklebt und er wieder auf die Felge gezogen. Das kostete inklusive Trinkgeld wahnsinnige 7€. Trotz der Deformation, in obigem Bild, war die Karkasse wohl noch intakt.
Den Reifen hatte ich in 10 Minuten wieder eingebaut und schon waren wir unterwegs zu Maik in die Rollerwerkstatt.

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Der Besitzer, hinten im Bild, hatte sein Geschäft leider aufgeben müssen. In Rumänien wurde kurz vorher ein Führerschein für 50er eingeführt. Vorher stand es jedem frei einen Roller zu fahren. Daraufhin brach dieses Geschäftsfeld ein und es ließ sich damit kein Geld mehr verdienen. Sehr schade für ihn, aber die Rumänen sind erfinderisch und so wurde er zum Erlebnisbäcker, welcher seine Figuren mit Airbrush fast zum Leben erwecken kann. Maik nannte ihn nur „Künstler“, wenn er auch mit bürgerlichem Namen Attila heißt. Künstlerisch wurde nämlich auch Maiks Vorderbremse repariert. 2 Schrauben für den Bremssattel wurden schnell gefunden und mit Schraubensicherung eingeklebt. Der zerfetzte Bremsschlauch allerdings, musste mit einem kleinen Röhrchen und 2 Kabelbindern geflickt werden.

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In Klausenburg verschlug es uns in das CORSO Cafe & Bistro, wo wir auf Björn warteten, welcher 30 Minuten später eintraf. Wir hatten wieder einmal ein sehr gutes Timing. Das Cafe bietet wirklich exzellenten Käsekuchen an! Davor gab es Thunfisch-Bruschetta und Penne nach einheimischen Rezept für 70Lei.

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Das, was wir von Klausenburg sahen, war wirklich sehenswert. Außerdem scheint Klausenburg ein Szenetreff und eine sehr junge Stadt zu sein. Leider blieb nach den ganzen Problemen keine Zeit mehr für eine Besichtigung. Die Sonne war auch schon untergegangen. Also entschieden wir uns für eine Nacht in einem Hotel, jedenfalls Peter und Björn. Maik und ich wollten außerhalb der Stadt campen und so ließen wir die Beiden um 2130 am Hotel Sunny Hill zurück.
Zuerst tankten wir und kauften im Supermarkt ein. Ja, auch nach 2200 sind dort die Geschäfte noch offen. Leider merkte ich 5km später, schwer beladen mit Wasserflaschen, dass mein Hinterreifen wieder Luft verlor. Das war um diese Uhrzeit, voll beladen und schon außerhalb der Stadt, besonders ärgerlich. Kurzum entschieden Maik und ich, zurück zum Hotel zu fahren. Ich eierte fast im Schritttempo zurück, bis wir diesen anstrengenden Tag um 2330 am Hotel hinter uns hatten. Wir checkten ein, gaben wie die beiden anderen, unsere schmutzige Wäsche zum Reinigen ab und fielen gegen 2400 in einen tiefen Schlaf.

 

7. Tag (In Tiefen und Höhen)
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Zurückgelegte Strecke: 186km

Um 0700 musste das Frühstücksbuffet dran glauben, bevor wir um 0800 auf unsere Böcke stiegen. Ich fuhr eine Probefahrt zu einer Tankstelle, um den Luftdruck zu prüfen. Leider haben die Luftstationen dort so beschissene Anschlüsse, dass ich den Restdruck der Reifen gar nicht ermitteln konnte. Anschließend fuhr ich zu einem Yamaha-Händler, welcher aber noch geschlossen hatte. Also zurück zum Hotel, bezahlen, auschecken und packen. Wir zahlten pro Doppelzimmer 43€ und für unsere Wäsche 13€. Um 0900 zur Öffnung waren wir dann beim Yamaha-Händler und ich versuchte einen neuen Mantel aufzutreiben.

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Der Händler sprach sehr gutes Englisch und telefonierte für mich in ganz Rumänien, aber nichts zu machen. Der 10″ Reifen war nicht aufzutreiben. Er hatte noch einen Tipp für mich bei einem großen Reifenimporteur, am anderen Ende der Stadt und so starteten wir dort hin. Leider brachte auch das keine Erfolge und wieder waren alle Telefonate für die Katz. Unverrichteter Dinge zogen wir also wieder ab und steuerten unser nächstes Zwischenziel an. Ab jetzt war jede Tankstelle ein Anlaufpunkt für mich, denn ich verlor sehr schnell Luft. Das Fahren war eine Qual und auch nicht ungefährlich.

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Beim Verlassen der Stadt verabschiedete sich diese bei uns mit toller Aussicht. Die Straße war wieder äußerst schlecht, eine Rüttelpiste vom Feinsten. Nun stellte ich mein Navi um. Die Option „Schnellstraßen bevorzugen“ funktionierte für Rumänien anschließend bedeutend besser.

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Diese einsame Nebenstraße hatte dann aber doch Vorteile. Wann sieht man heutzutage noch Menschen aus Muskelkraft pflügen. Sie waren sehr nett und lachten uns zu. Ihren Tipp zu einem Restaurant auf einer Anhöhe mussten wir aber ausschlagen, schließlich hatten wir gerade erst gefrühstückt.
Bis Turda schleppte mich mein Giggle. Das Reifenproblem wurde immer schlimmer und gerade auf vielbefahrenen und schnellen Europastraßen war der Roller kaum noch zu kontrollieren. Spaß machte das nicht.

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Entschieden steuerte ich den nächsten Vulkanizer an. Diesmal mit der Überzeugung das Problem endgültig lösen zu müssen. So konnte es nicht weitergehen. Björns Elektrik- und meine Reifenprobleme nervten und Maiks Roller zickte schlimmer als eine Diva mit Frisurverlust. Wengistens das Reifenproblem sollte nun vom Tisch.
Björn versuchte eine Stunde in ganz Turda, bei sieben Reifenhändlern, einen passenden Schlauch für meinen Reifen zu finden. Leider ohne Erfolg. Hätten wir einen Schlauch in den undichten Mantel ziehen können, wäre das Problem gelöst gewesen. Also musste eine andere Lösung her. Ich baute, wie oben zu sehen, beide Reifen aus und ließ den defekten Hinterreifen, auf die deutlich weniger belastete Vorderachse ziehen und umgekehrt. Vorher stellten wir noch fest, dass der reparierte Flicken nicht gehalten hatte und lose im Reifen hing. Da ich keine andere Wahl hatte, musste der Mantel nochmals geflickt werden. Der Reifenmann gab sich auch alle Mühe so sorgfältig wie möglich zu arbeiten. Ungefährlich war diese Aktion nicht. Der Reifen wurde wiederholt gequetscht und deformiert. Ob die Karkasse noch in Ordnung war, wusste niemand. Außerdem ist ein Reifen auf der Vorderachse zwar weniger belastet, aber bei Luftverlust ist die Sturzgefahr viel höher. Wir füllten den Reifen also mit weniger Druck und hofften auf das Beste, als wir vom Hof rollerten.
Zwischendurch wurde auch mal wieder an Maiks Diva geschraubt. Der Rückspiegel mit kompletter Frontmaske hatte sich fast verabschiedet.
Weit mussten wir nicht fahren, denn die Salina Turda war unser nächstes, lohnendes Zwischenziel. Dort futterten wir uns zunächst einen Cheeseburger, rumänischer Art, an einer Imbissbude, bevor wir den Höllenschlund betraten.

Rollertour2015-Tag007-F009

Den Bericht über den Salzstock findet ihr „outgesourced“ hinter diesem Absatz. Ich denke nicht jeder findet das interessant und so kann das Sonderkapitel schnell übersprungen werden. Apropos bin ich ein Gegner von dem peinlichen Denglisch, was inzwischen allgegenwärtig ist. Grauenhaft ist diese Verunstaltung unserer schönen Sprache, die im Gegensatz zum „Amerikanischen“, und ja das sehe ich durchaus als eigenen Sprachkulturraum, losgelöst von England, viel mehr Konnotation und Feingliedrigkeit besitzt. Genau aus diesem Grund setze ich solche Wörter mitunter in Anführungszeichen in meine Texte, als Negativbeispiel und zum Fremdschämen.

Sonderkapitel

 

Nach dem Verlassen der Mine hielten wir uns nicht lange auf. Es war viel zu heiß, um zu verweilen. Zügig ging es voran, mit möglichst viel Fahrtwind um die Nase. Endlich, nach den ganzen Pannen, lief es wieder und wir kamen hervorragend voran. Auch wenn der Verkehr auf der E81 der Horror war.

Rollertour2015-Tag007-F034
Schon die ganzen Tage wollte ich einen Friedhof fotografieren. Dieser hier war nicht besonders groß oder schön, aber typisch. Trotz des wenigen Geldes, was die Menschen auf dem Balkan zur Verfügung haben, pflegen sie ihre Friedhöfe vorbildlich. Auch sind sie nicht hinter Hecken oder Mauern versteckt. Immer haben sie einen prominenten Platz im Dorf inne, mit viel Sonne und Licht. Das hat mir imponiert, auch wenn ich eine andere Einstellung zur Trauer und dem Leben nach dem Tod habe.

Rollertour2015-Tag007-F035
Kurz hinter Turda fuhren wir in die berüchtigten Südkarpaten und auf die bekannte Transalpina (DN67C). Diese ist die höchste Passstraße in den Karpaten und Rumänien mit 2.132m Höhe und ganzen 148km Länge.
In Șugag kauften wir in einem kleinen Laden ein, holten uns Tipps und hoben Geld an einem EC-Automaten ab. Diesmal nicht in Lei sondern in Leu. Dies stiftete Verwirrung, denn wir wussten nicht, dass Lei nur der Mehrzahlbegriff von Leu ist. Zudem sahen die Scheine auch anders aus, als in den letzten Tagen. Bis heute habe ich das nicht restlos verstanden, war aber auch egal, wir konnten damit zahlen.

Rollertour2015-Tag007-F036
Wir fuhren stetig bergauf bis zu diesem Stausee, genannt . Die Sonne war schon untergegangen und es wurde von Minute zu Minute kälter und dunkler. Es war höchste Zeit einen Platz für die Nacht zu finden. Eigentlich wollten wir auf eine ausgewiesene Zeltwiese, welche uns unten im Tal empfohlen wurde. Diese haben wir auch gefunden, aber es war wirklich schon sehr kalt. Umso besser, dass neben der Zeltwiese die Cabana Oasa zu finden war. Wir checkten ohne lange zu überlegen ein. Leider war nur noch ein Zimmer frei, was bedeutete, zwei mussten auf dem Boden schlafen. Dazu wurden Stöckchen gezogen. Da Björn sich freiwillig bereiterklärte auf dem Boden zu nächtigen, gab es nur eine Niete, welche Maik mit besonderer Hingabe zog! Zum Essen zogen wir uns warm an, denn es befindet sich außen eine schöne Anlage zum Essen, Feiern und Zusammensitzen. Kurzum bestellten wir die halbe Speisekarte und probierten viele einheimische Gerichte. Manche schmeckten, manche waren gewöhnungsbedürftig. Besonders Balmosch mit Ziegensahne und Ziegenkäse sollte mit deutschem Gaumen nur vorsichtig genossen werden. Dafür ist die Ciorba de Burta (Kuttelsuppe) umso besser. Außerdem standen noch Rindersuppe und traditionelles Mici (ähnlich Ćevapčići) auf dem Tisch. Das rumänische Essen ist allgemein von einfacher Natur, aber keinesfalls langweilig oder schlecht und passt perfekt zu der wilden Natur.
Nach dem Essen dauerte nicht lange, bis wir die Tische zusammenrückten.

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Links ein rumänisches Pärchen, dahinter ein Rumäne (Peter), welcher in Freiburg studiert und seine US-amerikanische Freundin. Diese Vier unternahmen einen Roadtrip quer über den Balkan. Der Abend war sehr lustig und endete spät. Nicht nur Bier wollte vernichtet werden, auch eine Flasche Jägermeister wurde unseren trockenen Kehlen gespendet. Der Abend wurde bis Mitternacht ausgeweitet, bis wir frohgelaunt in das Bettenlager verschwanden.

 

8. Tag (Höhenrausch)
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Zurückgelegte Strecke: 237km

Aufgestanden sind wir früh um 0700. Nach dem Packen frühstückten wir noch ausgiebig Schafknacker, Omlett mit Schinken uns Käse, hausgemachte Salami und Marmelade. Alles war stark mit Knoblauch gewürzt, darum war es nötig die nächsten Stunden mit offenem Visier zu fahren. Der Dampf in der Minisauna war nicht zu ertragen.

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Schwer ist es zu erahnen, wie erholsam die Nacht zu viert in einem kleinem Zimmer gewesen sein muss. Björn war matt, fast schachmatt.

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Das ist ein schönes Gruppenfoto aufgenommen von Peter und seinen Freunden, unsere neuen Bekannten von gestern Nacht.
Von links nach rechts: Bastian, Maik, Peter mit Susi und Björn mit Roswitha. Maik und ich hatten unseren Rollern keine Namen gegeben. Und wenn wir das täten, dann sicherlich keine weiblichen Namen, sonst fangen sie noch das Zicken an, auch wenn das Maiks Stalker sowieso schon tat.
Wir verabschiedeten uns nun herzlich von Peter und Co. Da die Vier mit zwei Autos unterwegs waren, konnten wir nicht annehmen sie nochmals wiederzusehen.

Rollertour2015-Tag008-F006
Es folgte nun ein Wunschziel von mir. Die Südkarpaten mit der Transalpina und anschließend dem berühmt, berüchtigten Transfăgărășan.

Rollertour2015-Tag008-F007
Manchmal, wenn ich vorfahren konnte, schaffte ich es die anderen in der Fahrt zu erwischen. Oftmals war es Björn, da er am Berg langsamer war.
Lange Zeit ging es hoch, runter und wieder hoch. Insgesamt kämpften wir uns aber immer weiter hinauf.

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Der Schlussanstieg ist nichts für Weicheier und Automatikroller mit schweren Fliehgewichten. Die maximale Steigung lag bei ganzen 23%! Peters 125er schafft das langsam aber locker. Maiks 2-Takter hatte schwer zu kämpfen, schaffte es aber. Bei mir wurde es schon knapp. 50m musste ich schieben und oft waren Serpentinen in den Serpentinen nötig, um nicht stehen zu bleiben oder die Kupplung zu lynchen. Björn allerdings hatte schwer zu kämpfen. Er fuhr fast dauerhaft Schlangenlinie, schaffte es aber schlussendlich auch.

Rollertour2015-Tag008-F011
Das letzte Teilstück war etwas flacher. Der kleine schwarze Punkt ist Björn. Die Landschaft war wunderschön, die Luft ungewöhnlich klar. Viel war auch auf der Passhöhe nicht los. Eine eigenartige Stimmung herrschte dort oben. Ein Hauch von Demut und Faszination.

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Von dem ersten Aussichtspunkt ließ sich dieser spektakuläre Straßenverlauf zur Passhöhe des Pasul Urdele erblicken.

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Ein Fremder war so nett uns zu fotografieren. Im Hintergrund sieht man eine Schafherde und natürlich die weitläufigen Karpaten.

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Oben an der Passhöhe…
Es gibt Straßen, welche man als europäischer Zweiradabenteurer einfach gefahren sein muss. Diese hier gehört eindeutig dazu!

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Erst senkte sich die Straße bis hinunter nach Rânca, einem touristischen Skiort auf 1.600m Höhe. Danach bäumt sich die Transalpina nochmal empor bis zum Fernsehturm hinten im Bild, bevor sie dann steil ins Tal abfällt.

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An einer Tankstelle auf halber Abfahrt entdeckte Björn eine Gottesanbeterin.

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Und plötzlich waren sie wieder da, unsere Vier von gestern Abend. Wir unterhielten uns noch über eine Stunde bis wir uns diesmal endgültig trennten und um 0930 unseren Weg fortsetzten.

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Vorher aber beobachten wir eine dreiste Kuh, welche wir Elsa tauften. Sie hatte die Ruhe weg und legte sich auf die Straße, blockierte den Weg und machte keine Anstalten sich zu bewegen. Das beobachteten wir fast eine Stunde lang, bis Björn sich zur Kuh aufmachte. Alleine mit seiner Anwesenheit schlug er die Kuh in die Flucht, was Dutzenden Autofahrern vorher nicht gelungen war. Alle hatten jetzt Mitleid mit der Kuh! „Das war Pech für die Kuh Elsa“ 🙂

Das letzte Stück der Transalpina war flach und bald darauf endete sie und wir bogen nach Osten ab. Wir fuhren parallel zu den Südkarpaten und konnten die hohen Gipfel von der Ferne aus bewundern. Wir kamen sehr gut voran. Aber es war sehr heiß und das machte uns nach dem schlechten Schlaf noch müder. Teilweise hatten wir stark zu kämpfen. Irgendwann, Maik war wieder während der Fahrt mit offenem Klapphelm am Rauchen, gesellte sich eine Wespe zu ihm. Da ihr der Rauch nicht schmeckte rächte sie sich mit einem Stich ins Ohr. Dieses schwoll sogleich an und Maik fuhr seitdem in noch größerer Schräglage, denn er saß grundsätzlich krumm auf seinem Bock. Am späten Nachmittag wurde es endlich kühler und wir erreichten Curtea de Argeș (Argisch), eine Kleinstadt am Beginn des Transfăgărășan. Kaum aus der Stadt gefahren, fehlte plötzlich Maik und das hatte leider einen bösen Grund.

Rollertour2015-Tag008-F028
Wir hatten schon am Tage gemerkt, dass Maiks Roller immer langsamer wurde. Da es aber fast unmerklich war, schoben wir das auf seine Zündkerzen, welche immer wieder verkohlten und neu gereinigt werden mussten. Leider hatten wir uns getäuscht und so wurde es zu einem nicht reparablen Problem für uns. Wir standen an einem Geschäft für Autowäschen und jeder versuchte zu helfen, wie er nur konnte. Hilfsbereitschaft und Gastfreundlichkeit schlugen uns immer entgegen. So auch hier.

Rollertour2015-Tag008-F029
Die Variomatik hatte sich komplett zerlegt und war ausgeglüht. Sie strahlte in den schönsten Anlassfarben. Maik war aufgelöst und vermutete, er hatte beim Zusammenbauen der Variomatik die Mutter nicht richtig angezogen. Leider hatte sich das Kunststofflüfterrad komplett in Staub aufgelöst. Zwar hatte Maik eine Variomatik auf Ersatz dabei, aber nicht das anfällige Lüfterrad. Das muss leider eingebaut sein für die Luftzirkulation und weil man sonst die Variomatik mit der Mutter nicht festziehen kann. Eine Weiterfahrt war ohne die passenden Ersatzteile nicht möglich.

Rollertour2015-Tag008-F030
Peter und ich fuhren mit dem Besitzer des Geschäfts zurück in die Stadt. Aber es war Samstag Abend um 1800. Der einzige Rollerladen hatte schon geschlossen und war auch nicht telefonisch zu erreichen. Das war wieder typisch. Solch eine Panne am Samstag Abend. Wir telefonierten die ganze Gegend ab, fanden aber niemanden mit den passenden Teilen. Erst als wir in Sibiu (Hermannstadt) anriefen konnten wir die passenden Teile auftreiben. Dies war von uns aus die nächstgelegene größere Stadt, aber leider lag sie 150km entfernt in der falschen Richtung. Zudem war am nächsten Tag Sonntag, also die Geschäfte geschlossen. Sonst hätten wir die Ersatzteile abholen können. Bis Montag aber hier zu verweilen hätte unseren Zeitplan gesprengt und Istanbul wäre nicht mehr möglich gewesen. Darum hatten wir kaum eine andere Option und so rief Maik völlig niedergeschlagen den ADAC an. Der erklärte sich überraschend bereit ihn abzuholen und die ganze Strecke bis Hermannstadt zu schleppen. Leider arbeiten dort scheinbar nur Voll- oder Hohlpfosten, gemischt mit Bürokraten. Eine Stunde brauchten wir denen zu erklären, dass es hier keine Hausnummern gibt. Selbst der Besitzer des Geschäfts konnte keine Adressangaben, im deutschen Sinn, machen. Der Laden liegt mitten an der Nationalstraße DN7C und mehr Angaben konnten wir nicht machten, denn auch mit GPS-Koordinaten konnten die ADACler nichts anfangen. Irgendwann, irgendwie, klappte es dann doch. Gut dass Maik eine Flatrate aus dem Ausland hat, sonst wäre der Telefonmarathon sehr teuer geworden. Inzwischen waren wir alle entnervt und die Sonne neigte sich dem Boden und warf schon lange Schatten. Da nun Hilfe für Maik unterwegs war, mussten wir an uns denken, um noch irgendwo vor Einbruch der Nacht unterzukommen. Wir verabschiedeten uns von Maik und fuhren auf den Transfăgărășan (DN7C) nach Norden.
Verabredet hatten wir, dass Maik am Montag den Roller repariert und dann auf kürzestem Wege nachkommt. Wir dagegen nahmen eine längere Route mit Umweg und lohnenden Zwischenzielen.

Für mich wurde es jetzt leider gefährlich. Blöderweise war ich auch noch selbst schuld, denn ich zog meinen Motorradhandschuh während der Fahrt an. Das ist etwas, was man nicht tun sollte! Wie es genau passiert ist, weiß ich nicht mehr. Wahrscheinlich habe ich den Handschuh nicht richtig geschlossen und so blieb ich mit der Stulpe am Bremshebel hängen. Das wurde auch noch zügig durchgeführt, was dazu führte, dass der Roller schlagartig seitlich ausbrach. Ich kam direkt von der Straße ab und riss auf Schotter den Lenker zurück. Gerade noch rechtzeitig, schrammte ich haarscharf an einer Steintreppe vorbei. Der Adrenalinschub war wortwörtlich atemberaubend, auch für meine Mitfahrer! Gut, dass Blödheit nicht immer bestraft werden muss.

Deutlich konzentrierter fuhr ich weiter. Bei der Talsperre Vidraru (Barajul Vidraru) suchten wir uns mitten im tiefsten Wald um 1900 eine Pension. Das war auch höchste Zeit, es war schon sehr dunkel und das Fahren machte keinen Sinn mehr. Diese Talsperre, wie auch der Transfăgărășan, waren im Übrigen schon bei „Top Gear“ zu sehen in ihrem „Romanian Road Trip“:
Teil 5 mit der Talsperre
Teil 6 mit dem Transfăgărășan
Allgemein ist die komplette Folge von Topgear sehenswert, natürlich nur, wenn man auf Schwachfug steht. 🙂

Nach dem Abendessen und Duschen ging es zeitig ins Bett.

 

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15 Gedanken zu „6. Tagebuch (Wilder Balkan, 5600km, 22Tage, 50ccm, 2015)“

  1. Sehr schön, da kann man richtig mitreisen!

    Zu Maiks Roller: Die Fotos bringen da etwas Klarheit:
    Beim Bremssattel sieht es so aus, als hätte es die Schrauben wirklich herausvibriert. Hier unbedingt die Gewindebohrungen im Sattel vermessen! Es kommt bei diesen Sätteln manchmal vor, dass sich diese aufweiten!

    Die Variomatik hat einfach durch eine lockere Mutter (die Sache mit dem Elektroschlagschrauber …) auf der Kurbelwelle hohl gedreht.

  2. Moin,
    Pannen können immer mal passieren. ABER was mir auf allen Touren auf fällt… es sind immer PR Touren. Touren die immer mit aller Gewalt ein Ziel haben müssen. Kommt dann was da zwischen Reihen sind Pannen an Pannen weil keine Zeit z.B. für die Beschaffung eines Ersatzteil ist bzw. Gesundheit Probleme bereitet. Und dann kommt dabei Stress raus.
    Touren sollen Spaß machen aber nach der Tour sollte man nicht geschlaucht nach Hause kommen…
    Gehe ich jetzt mal zur nächsten Tour. Auf den Strecken wo ihr fahren werdet/ dürft sind Werkstätten noch seltener. Also muss ! der Roller laufen. Und wie du schon erkannt hast muss die ganze Gruppe gleich geschaltet sein. Jede Cafe Pause,Zigarettenpause, Hundefütterung wirft im Minutentakt zurück. Kommt dann noch eine Panne fängst du eine vorherige Touren Planung nicht mehr auf. Und dann wird es wieder ein Rennen gegen die Zeit. Zum Ende der Tour sollte immer noch Luft zum regenerieren bleiben ohne sofort wieder Arbeit zu müssen

  3. Super Bericht. Jede Zeile verschlungen 🙂 Freue mich auf den zweiten Teil.

    Muss Jörg aber zustimmen: Mir persönlich ist dieses gegen die Zeit Gefahre zuwider. Ich fahre ja auch nur kleine Maschinchen um zu entschleunigen und nicht wieder nur Stress haben zu müssen.
    Das fällt in dem Bericht schon auf, dass es oft nach Stress klingt verlorene Zeiten wieder einzuholen. Das wäre nichts für mich. Bei allem Verständnis für den Ehrgeiz das gesetzte Ziel zu erreichen.

    Aber so helfen diese Berichte auch mir. Meine geplanten Touren mit noch viel, viel mehr Zeiten zu planen als ich vorher geplant hatte. Wenn man dann Ziele früher erreicht ist es halt so, Zeit vergeuden ist gemütlicher als Zeit einzuholen.

    Der Bericht ist wie gesagt super, die Bilder fantastisch. Alle Daumen hoch!!!

  4. Das gegen die Zeit zu Fahren ist jedem zuwider. Ich glaube aber dass das falsch rüber kommt. So schlimm wars nicht. Werde über den Bericht noch mal drüberlesen. Eine Frage dazu. Meine Zeitangaben, z.B. wann wir aufgestiegen sind, ist das kontraproduktiv? Nicht dass der Eindruck entsteht, der Tag sei durchgetaktet.

    Wogegen ich mich entschieden wehre ist, dass es PR-Touren sein sollen. Wir fahren ausschließlich für uns und sonst niemanden!

    6 Stunden Fahrt am Tag sind zwar viel aber nicht zu viel. Nur war bisher keiner von uns in größerer Gruppe unterwegs. Es kam eher öfter vor, dass wir 1,5 Stunden Zeit an Tankstellen verquatscht haben. Sowas sollte eigentlich nur selten passieren. Eine Tankstelle ist ja kein lohnendes Ziel. Das sollten wir nächstes Mal abstellen.
    Dazu kam, dass die Pannen sehr geballt auftraten. Irgendwann dort in Rumänien waren wir dann wirklich gestesst. Aber angeschaut hatten wir uns trotzdem einiges und sind nicht nur durchgehechtet.
    Zugeben muss ich, dass es die anstrengenste Tour bisher war. Vor allem wegen der Pannen und der großen Gruppe. Für nächstes Mal müssen wir daraus lernen.
    Jeder war mindestens 3 Tage vor Arbeitsbeginn wieder zu Hause. Ein Ausruhen also möglich. 🙂

  5. Dann ist es ja gut wenn alle entspannt sind 🙂

    Ja die beschriebenen Pannen sind echt Sch……… Dass damit noch mutig weiter gefahren wurde, fand ich schon beachtenswert. Aber auch das hilft anderen und wohl Euch auch für die nächsten Abenteuer: Ersatzschläuche, Bremsbefestigung doppelt sichern usw. Man kann gar nicht so blöd denken wie es kommt.

    Da ich Rumänien zufälligerweise auch kenne, kann ich mir sehr gut vorstellen wie verlassen man mit einem Defekt in der Pampa dort steht. Da Roller dort nicht grad die meistgefahrenen Gefährte sind, kann ich mir denken, wie schwierig es war überhaupt an irgendwas ranzukommen. Dazu die sprachlichen Probleme wo kaum jemand englisch spricht. Das Land ist nicht ganz mit anderen EU Ländern zu vergleichen *ggg* Das macht aber ja auch seinen Reiz aus. Ich wäre mir trotzdem nicht sicher dort mit einem Zweirad hinzufahren, jedenfalls nicht allein. Landschaftlich aber mit nichts zu vergleichen finde ich.

    Beachtenswert finde ich auch, dass die Roller die Anstiege dort überhaupt gepackt haben und die schlechten Wege überstanden. Echt Wahnsinn.

    Na ich warte dann mal auf den nächsten Teil 🙂

    1. Die Anstiege unterscheiden sich nicht von den Alpen, die Transalpina mit max. 23% mal ausgenommen … Somit ist das kein Problem.
      Bei jeder Tour wird mein persönliches Gepäck weniger, dafür habe ich mehr Ersatzteile und Werkzeuge dabei. Aber man kann sich nicht gegen alles absichern. Auch soll es doch noch eine Abenteuertour sein. Leider sind Werkzeuge aber schwerer als Klamotten. Gewichtstechnisch ist das also ein Minusgeschäft. Man muss sehr vorsichtig sein, es mit dem Packgewicht nicht zu übertreiben, denn je höher das Gewicht, desto schneller geht auf schlechten Straßen auch etwas kaputt. So viel zum Lerneffekt. 😉 Das kann auch kontraproduktiv sein.

  6. Salü Bastian. Auch viele Grüsse an Maik, Peter und Björn
    Danke das Du meinen Namen ich Bericht erwähnt hast. Ja, das Jahr 2015 war auch ohne Roller-Tour ein tolles Jahr, denn wie bereits im Bericht erwähnt, hatte ich meine Hochzeit. Auch die letzte Tour 2013 mit Bastian und Björn war fantastisch, obwohl wir uns in Albanien wegen den schlechten Strassen getrennt hatten. Auch ich habe diesen tollen Bericht einfach verschlungen. Warte gespannt auf die Streckenführung ab Bulgarien bis nach Türkei.
    Es tut mir leid, dass ich Euch enttäuscht habe. Ich bin am 15. Sep abgefahren und am Abend in Szarvas, ca. 90 km vor Artand (Grenze zu Rumänien) angekommen, wo ich auch im Freien übernachtet habe. Am nächsten Morgen also am 16. Sep. nach diversen SMS ist mir noch im Kopf geblieben: „Wir sind noch 3 Tage entfernt…“
    Zusammenfassend, wie Du auch festgehalten hast, waren die schlechten Strassen und Pannen sehr ärgerlich. Auch ich bin nicht ohne Probleme die ca. 400 km gefahren. Nach dem überqueren der Donau wurden die Strassen schlechter, denn die vielen LKWs habe im heissen Asphalt tiefe Fahrrinnen hinterlassen. Jedenfalls wollte meine Navi das Fliegen ausprobieren und mein linker Rückspiegel hing dann wie eine Fledermaus am Roller. Dazu kam noch Dein SMS „Wir sind noch 3 Tage entfernt…“ dazu. Nun, ich habe dann schnell festgestellt, dass mein Urlaub mit dieser Verzögerung nicht ausreichen würde, und ich als Deutsch Trainer den neuen Vertrag nicht erfüllen könnte! Dazu kam noch, dass damals über 350 Tausend illegale Immigranten quer durch Ungarn marschierten. Ebenfalls hat mir meine innere Stimme noch vor der Ankunft in Szarvas mitgeteilt, diese Reise wir f ü r m i c h nicht gut ausgehen, was immer dann auch geschehen wäre…? Ich bin zuversichtlich und möchte Euch wieder einmal eine Strecke begleiten.
    Tschüss Michael aus Ungarn

  7. Einfach Geil, Ihr Vier…. Das Jahr dazwischen hat mir richtig was gefehlt.
    Nun warte ich sehnsüchtig auf den 3. Teil, mit weiteren Atemberaubenden Bildern, die in mir die Lust auf Abenteuer wecken.

  8. Salü Bastian und natürlich auch an die Mitfahrer Maik, Peter und Björn

    Auch der 3. Teil des Berichtes hat mir gefallen. Besonders das Fahren im Gebirge in Griechenland mit traumhafter Kulisse. Erinnert mich stark an meine einsame Bosnien Fahrt zu den Pyramiden. Grosse Ähnlichkeit hat es auch mit der Tour 2013, wo ich Euch ein Stück begleitet habe.
    Damals auf dem Rückweg, hatte ich einen Reifenriss, daher habe ich auch ein Mammutstück zurückgelegt… „Den einzigen gefährlichen Zwischenfall habe ich akrobatisch gemeistert. Ich war bei der Ankunft sehr müde und bin sofort ins Bett gekrochen, denn die 808 km an einem Stück, waren auch für mich zu viel des Guten!“
    Nun, Du hast mich mit 841km geschlagen. Ist eine beachtliche Leistung!

    Ebenfalls beneide ich den Benzinverbrauch von nur 2,38 Liter. Meiner liegt zurzeit bei ca. 2,8 Liter bei 60km/h. Am Anfang hatte ich auch so um die 2,3 Liter. Was könnte ich am Motor tun, damit der Verbrauch sinkt? Soll ich die Kolbenringe ersetzten. Mein Tacho zeigt 22‘000 km.
    Wünsche frohe Ostern und schöne regenfreie Touren in 2016.
    Tschüss Michael

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