Archiv der Kategorie: Projekt GlobetRoller

Motorrevision 2

Langsam aber stetig. Hoffentlich geht es so weiter. Eine längere Pause beim Rollerschrauben wie die letzten 2 Jahre möchte ich eigentlich vermeiden. Der Motor wehrt sich aber auch, so dass ich nur schwer voran komme.

Mit Motordichtmasse, welche wir in der Firma benutzen, habe ich die Flächen vorbereitet. Natürlich nur sehr dünn aufgetragen, damit sich nicht so viel Masse herausdrückt und irgendwelche Teile verklebt.

Die beiden Motorhälften ließen sich gut zusammen fügen.
Zur Abwechselung gibt es diesmal kein Originalteil sondern einen Hauptständer aus dem Zubehör. Allerdings vom Neos 4. Dieser besitzt das gleiche Motorgehäuse wie der Giggle, hat nur größere Räder. Das hilft bei dem verlängerten hinteren Federbein, damit ich den Roller wieder richtig aufbocken kann. Sowieso wird der Block ja später in den GlobetRoller transplantiert, der dann mit 13″ Rädern einen deutlich höheren Hauptständer braucht. Ob dieser vom Neos 4 reicht, werde ich noch herausfinden.

Ein neues Getriebe darf natürlich auch nicht fehlen. Die Übersetzung ist die längste, welche man für den Gigglemotor kaufen kann. Auf das Fahrergebnis und die Geräuschkulisse bin ich jetzt schon gespannt.

Nun kam der Grund, warum es nicht mehr weiter ging. Das Stirnrad ließ sich nur mit einem sehr schweren Abzieher von der Welle drücken. Ich hatte schon Angst, dass mir die Beine abreißen. Das Stirnrad muss durch eines aus dem Polini-Kit mit anderer Verzahnung getauscht werden. Nun, was sich so schwer demontieren lässt, obwohl ich vorgewärmt hatte, das verspricht bei der Montage richtig ekelig zu werden. Und so kam es dann auch. Die Welle habe ich bei -20°C eingefroren und das Polini-Stirnrad auf 150°C im Backofen aufgeheizt. Leider konnte ich sie nicht überreden sich zusammenzufügen. Als ich sie mit dem Schraubstock zusammenpressen wollte, waren sie schon zu stark abgekühlt/aufgewärmt. Also habe ich für heute abgebrochen. Ohne Presse wird das damit wohl nichts werden.

Wenigstens konnte ich die neuen Lager noch in das Gehäuse dreschen. Auch diese gingen, obwohl gefroren, nur sehr schwer in ihre Führungsbahnen.

Weiter geht es hoffentlich bald…

Motorrevision 1

Nach langer Zeit geht es beim  Projekt GlobetRoller weiter. Der letzte Stand war, dass die bestellten Ersatzteile gekommen sind und ich das Gehäuse neu lackiert hatte. Blöderweise hat zwischendurch irgendein Vieh in die Ersatzteilkiste gepinkelt. Alles ist verschweißt, also kein Drama, stinken tut alles trotzdem erbärmlich.

Letzte Woche, beim Rumspielen, sind mir leider die Ventilkeile aus dem Auslassventil gerutscht. Also musste ich einen Ventilfederspanner kaufen. Beim Benutzen ist darauf zu achten, dass der Knebel unten sitzt und nicht oben auf dem Ventil. Sonst dreht man beim Lösen den Ventilteller mit und die Keile fallen wieder raus.

Ein komplettes Ventilshim-Sortiment nenne ich nun auch mein Eigen. Das war extrem teuer, spart mir aber in Zukunft ständiges Porto und Rumprobieren. Denn das 75ccm Kit braucht völlig andere Shim-Dicken als der Originalmotor.

Die Dichtflächen habe ich mit einem Abziehstein gesäubert.

Wie man sieht habe ich hier schon die neuen Gummilager in die Ösen gepresst, oder eher gesagt, gedroschen. 😀
Leider fehlt noch eins. Das muss ich nachbestellen.
Wichtig bei der Arbeit ist immer mit Drehmomentschlüssel und gutem Fett arbeiten.

Und natürlich nach Anleitung, wenn man den Luxus hat, so eine ausführliches Werkstatthandbuch zu besitzen.

Viel mehr konnte ich heute nicht machen, denn in die zweite Gehäusehälfte musste das Kurbelwellenlager eingeschrumpft werden. Dazu brauchte ich den Ofen und Gefrierschrank daheim. Das Lager ist auch schon im Gehäuse. Das Einschrumpfen hat wunderbar geklappt.

Hoffentlich finde ich bald Zeit weiterzuschrauben!

 

Motor lackieren

Heute gibt es nur einen kleinen Fortschritt. Ich dachte mir, wenn der Motor schon zerlegt ist, dann kann auch etwas Lack nicht schaden. Die Motorteile habe ich wochenlang in Diesel eingeweicht. Das war ein semiguter Tipp von Markus. Der Dreck ging zwar gut ab, aber was nun mit dem ganzen verunreinigten Diesel? Ich habe versucht ihn abzufackeln in einem Metalleimer. Nach einem Feuerwehr-Probealarm (galt nicht mir) hatte ich aber die Hosen voll und fahre die Plörre nun zum Wertstoffhof. 😉

Danach ging es für das Gehäuse unter den Dampfstrahler. Mit dem Ölstein habe ich die Dichtungsflächen abgeschliffen und das Ganze mit Bremsenreiniger gesäubert. Abschließend habe ich alle Öffnungen, welche keinen Lack sehen sollen, abgeklebt und in alle Gewinde wurden „Opferschrauben“ gedreht.

Das Abkleben war eine wirkliche Frimelarbeit!

Bald wird es mit der Grundierung weitergehen.

Motormassaker 2

Und vorwärts geht es mit dem Zerlegen des Motors.

Letzte Woche ging es ohne Spezialwerkzeuge nicht weiter. Die habe ich natürlich prompt bestellt.

Mit einem Polradabzieher konnten dann die Anlasserritzel und der Freilauf offengelegt werden.

Hier ist noch die Kurbelwelle zu sehen und der zugehörige Kurbelwellenpositionssensor.

Die Motorhälften ließen sich einfach auseinandernehmen! Das Spezialwerkzeug zum Trennen der Hälften hätte ich mir sparen können.
Die Kurbelwelle sieht noch sehr gut aus, ich hoffe aber eine sehr gute Tuning-Kurbelwelle zu finden, welche passt. Etwas weniger bewegte Masse kann nicht schaden.

Der letzte Schritt war das Entfernen der Gummilager, in welche der Motor in den Rahmen eingehängt wird. Das war ein riesiger Aufstand, bis wir die richtige Methode gefunden haben. Zuerst wurde mit einem Bunzenbrenner der komplette Gummi weggebrannt und die innere Hülse entfernt. Anschließend war nur noch die äußere Metallhülse im Motorgehäuse übrig. Auspressen ist keine Option, da die Hülse auf der einen Seite an einem Absatz anliegt.
Aber mit so einem Innenauszieher und Wichser für Wälzlager funktioniert es wunderbar. So ein Set kostet gerade mal 30€ und hat sich jetzt schon rentiert. Es setzt sich innen in das zu entfernende Bauteil und wird dann wie ein Dübel, durch die Schraube, auseinandergetrieben und krallt sich fest (ohne nennenswerte Beschädigung der Oberfläche). Große Kraft und Hitze muss trotzdem aufgewendet werden.

Jetzt muss noch alles gereinigt werden und die ganzen Ersatzteile bestellt werden.

Motormassaker

Nach einem langen Jahr Pause, um vieles Privates zu regeln, ist die Pause beim Projekt GlobetRoller endlich zu Ende.

Björn kam am Wochenende zu mir. Er wollte einen Edelstahlträger für sein Gepäck gebaut haben. Peter und ich nahmen uns Freitag Urlaub und in 2 Tagen war der Träger fertig. Mehr darüber wird er bald im Forum berichten. Heute, am Sonntag, half er mit beim Wiedereinstieg in mein Projekt. Eine gewisse gedankliche Hürde hatte sich inzwischen in mir aufgebaut, die es erst wieder zu überwinden galt. Nun bin ich aber guter Dinge, dass es zügig vorwärts geht.

Die letzten Arbeiten, welche ich durchgeführt hatte waren die Elektrik und Elektronikarbeiten, sowie die Fertigstellung des Tunnelkoffers. Meine Koffer haben sich auf den letzten zwei Touren bewährt, mit noch einigen Kinderkrankheiten, welche ich noch beseitigen muss. Die Arbeiten an Elektrik und Elektronik werde ich zum großen Teil rückgängig machen. Zu viel Kompromisse bin ich eingegangen, um mit diesem Roller an der Tour nach Istanbul noch teilnehmen zu können. Wie ihr vielleicht noch wisst, habe ich kurz vor der Tour die Notbremse gezogen. Das war auch gut so.

Beim Konzept habe ich mich nun umentschieden. Den Motor werde ich komplett überholen und auf 75ccm umrüsten. Das BigBoreKit stammt aus Taiwan von jiangwayne. Einigen Leuten wird das etwas sagen. Damit einher geht ein vollständiger Verlust der Betriebserlaubnis, welche sehr schwer wieder zu erreichen sein wird. Aber diese Problematik gehe ich an! Mehr dazu wird in folgenden Beiträgen in den nächsten Wochen und Monaten zu lesen sein.

Also baute ich folgerichtig mit Björn den Giggle auseinander und legte den Motor auf die Werkbank, bis er in alle Einzelteile zerlegt war. Insgesamt scheint er in besserem Zustand, als ich vorher dachte. Der weit erhöhte Spritverbrauch zum Schluss, als der Roller noch im Alltag lief, schien meines Erachtens vollständig von einem toten Zylinder und verstellten Ventilspiel zu kommen. Das ist die einzige Erklärung, welche ich finden konnte. Trotzdem wird natürlich der Motor und das Getriebe komplett neu aufgebaut, auch wenn fast alle Teile noch einen guten Eindruck machen.

Oben ein wenig Ruß.

Seitlich sieht man, dass am Kolben vorbei verbrannt wurde. Die Steuerkette saß etwas locker, die wird natürlich ersetzt.

Der Ventilkopf wird ersetzt durch ein Tuningteil mit größeren Ventilen, größeren Ein- und Auslass.

Der komplette Endantrieb wird auf eine deutlich längere Übersetzung umgerüstet. Ansonsten sieht alles gut eingefahren aus. Kein großer Verschleiß. Auch hier lebe die Yamaha/Minarelli-Qualität hoch!

Links das aufgebohrte Drosselklappengehäuse. Komischerweise ist der Stecker unten rechts anders. Ich glaube die letzte Drossel der EU-Giggle-Version gefunden zu haben. Schon immer suchte ich nach dem Grund, warum die US-Giggle so viel schneller waren. Was mich verwirrt ist der zusätzliche Schlauchanschluss direkt bei der Drosselklappe. Was das soll muss ich erst noch erfragen.

Neuer und alter Zylinder. Der Unterschied ist schon „gewaltig“!

Neuer und alter Ventilkopf.

Nächste Woche werde ich mit Peter beide Motorhälften trennen und alle Lager auspressen/ausschrumpfen. Dann geht es an die Bestandsaufnahme und die Ersatzteilbestellung, welche extrem umfangreich werden wird. Mein armes Konto …