Bremen – Mosel

Ein Bericht von Jörg, wie er von seiner Heimat nahe Bremen, die Mosel erkundete.

Ausdrücklich zum Nachmachen empfohlen !
Samstagmorgens um 6 Uhr begann meine Fahrt. Wie immer die Morgenkühle und die leeren Straßen aus nutzend. Mein erstes Ziel war der mir schon bekannte Campingplatz am Möhnsee. Delecke – Südufer
Da ich jedoch früher als geplant bereit am Möhnesee eintraf entschied ich mich gleich weiter zum Biggesee zu fahren. Also Campingplatz links liegen gelassen und weiter Richtung Arnsberg.
Fahrstrecke bis Delecke 291,2 km.
Kaum hatte ich jedoch das Ortschild von Arnsberg passiert goss es wie aus Kübeln. Also flink in den „Frosch“ geschlüpft. Jedoch am Ortsausgang war Feierabend. Sicht gleich Null. Und dann noch der Anstieg in die Hügelkette. Nach 1,5 Stunden im Dauerregen entschied ich mich auf dem Campingplatz Delecke zu Übernachten. Dort eingetroffen war der Himmel wieder blau und ich konnte in Ruhe mein Zelt aufbauen.
Hinweis zum Campingplatz: Frühstücken kann man sehr gut an der Tankstelle in Körbecke. Etwa 4km entfernt auf der anderen Seeseite. Pizza, Cafe und Zeitung gibt es am Kiosk auf dem Platz. Sanitäre Anlagen sind OK. Dusche geht mit Euromünze. Erdboden(Grasfläche) für Zelte sehr gut geeignet. Rasen ist nach Regen schnell abgetrocknet.
Am Sonntag den 01.07. ging es dann morgens weiter. Nach dem obligatorischen Cafe auf dem Platz zurück über die Brücke nach Körbecke. Dort tanken und Frühstücken. Dann ging es Richtung Arnsberg weiter. Hier entschied ich mich statt zum Biggesee gleich nach Bad Honnef durch zu fahren. Die Bilder 1 und 2 entstanden morgens um 10 Uhr und um 10.15 Uhr vor bzw. hinter Arnsberg. Über Sundern, Plettenberg, Attendorn, Olpe und Waldbröl ging es nach Bad Honnef- Himberg. Irgendwo auf dieser Strecke geriet ich in eine Radfahrveranstaltung die mir die direkte Strecke nach Himberg verbaute. Den Anweisungen der örtlichen Feuerwehr folgend landete ich irgendwo in die Wiesen. Navi neu eingestellt und es ging auf Abenteuerlichen Wegen durch Wälder und Wiesen. Immer ein Auge auf die Tankuhr gerichtet landete ich dann doch noch glücklich auf dem Campingplatz in Himberg. Hier konnte dann auch ein Treffen mit Lionking „Paddy“ stattfinden.
Im Nachhinein war die Entscheidung am Sonntag durch Sauerland und Eifel zu fahren goldrichtig. Kaum was los. Eine Strecke war für Motorräder an Sonntagen gesperrt. mmh was fahre ich eigentlich… natürlich bin ich da durch….LKW waren sowieso nicht unterwegs.
Fahrstrecke Körbecke- Himberg 156,8 Km
Hinweis zum Campingplatz
Leicht abfallendes Gelände mit Blick auf das Siebengebirge. Boden für Zelte gut geeignet. Sanitärräume TOP. Keine Münzen beim Duschen erforderlich. Kein Kiosk auf dem Platz dafür in einer Entfernung von 2 Minuten Fußweg eine Gaststätte und ein Edeka Markt mit Bäckerei. Dort kann man prima morgens Frühstücken. Ebenfalls kann man zu Fuß in wenigen Minuten das Internetcafe in der örtlichen Tankstelle erreichen. Der Campingplatz eignet sich sehr gut für Tagesbesuche nach Bonn, Bad Honnef und Köngswinter. Zu allen Orten führen lange Gefällestrecken! Wer mag kann von dort auch die Gipfel des Siebengebirge besteigen.

Von Himberg habe ich dann eine Tour zur alten Hauptstadt Bonn (Telekom-City)gemacht, sowie Fahrten nach Bad Honnef und Königswinter.
Nach zwei Tagen ging es dann aber weiter Richtung Koblenz. Hier zeigte sich dann dass das Navi leichte Probleme mit zu Schnellstraßen umbenannten Bundesstraßen hatte. Über kleine Nebenstrecken ( L 253) ging es zum Rhein runter Richtung Linz am Rhein . Dort immer schön auf brettebener B 42 den Rhein entlang. Bei Weißenthurm über den Rhein nach Andernach. Hier bin ich dann fast Verzweifelt. Hat doch so ein Dussel im Straßenamt aus der Bundesstraße eine Schnellstraße gemacht. Nach einer Vollbremsung ( LKW verdeckte die blauen Schnellstraßenschilder) und zurückschieben des Rollers half dann nur noch eine Zwangspause in einem Mc Donald’s und nach einem Cafe und Kartenstudium ( ja die gute alte Karte aus Papier!) war auch eine Ausweichstrecke gefunden. Über Ochtendung ging es dann an die Mosel bei Kobern. Ab hier immer schön auf der B 416 bei mäßigen Verkehr Richtung Kröv . Ab Treis-Karden hatte ich dann aber die Nase voll von dieser nicht Abwechslung bringenden B416. Also rüber auf die andere Moselseite. Hatte mein Bruder mir doch was von einem guten Lokal bei der Burg Metternich erzählt. Über L 202 ging es dann durch ein „Moselseitental“ rechts und längs die Steilen Wände (Bild 13) über Altstrimming Mittelstrimming (L 200) und Liesenich nach Beilstein. Die Strecke glänzt mit Steigungen und Gefällestrecken. Mittagessen war „ritterlich“ mit super Blick auf die Mosel. Von Beilstein auf der L 98 bis zur nächsten Moselbrücke und weiter auf der B 49. Bei Alf hatte ich dann keine Lust den weiten Bogen der Mosel zu folgen und blieb auf der B 49/421. Ab Bengel ging es dann die K 135 runter an die Mosel. Mein Ziel Kröv war erreicht.
Fahrstrecke Himberg – Kröv 263,4 km
Gegen 15 Uhr konnte ich dann mein Zelt auf dem Campingplatz Kröv aufstellen.
Hinweis zum Campingplatz.
Der Campingplatz liegt am Ortsausgang von Kröv (Richtung Bernkastel). Erdboden (Rasen)gut für Zelte geeignet. Sanitärräume Ok. Duschen mit Duschmünzen in Wert von 1Euro. Versorgen muss man sich selber. Es gibt einen Norma-Markt 500 m vom Campingplatz. Im Ort selber einen gut bestückten Edeka-Markt. Hinter dem Campingplatz ist das Freibad.
Das Freibad habe ich bei Temperaturen um die 27 Grad sofort genutzt. Im Ort entdeckte ich auf meiner abendlichen Tour das wahrscheinlich einzige Lokal das Bier führte. Sonst steht überall nur „Weinstube“ dran. Wegen dem Wein bin ich zwar dort runter, aber doch nicht bei 27 Grad…
Dort erfuhr ich auch das Kröv im letzten Jahr derartige Hagelschauer hatte das 3 Orte fast ohne Dach waren. Notdürftig mit Dachpappe abgedichtet werden die Häuser auch jetzt noch repariert.
Eine langwierige Arbeit bei den an der Mosel genutzten Schieferdächern

So kommen wir jetzt mal zu der Attraktivität die das Moseltal so bietet. Zum einen kann man bei gutem Wetter das Freibad nutzen. Oder eben an einer Weinprobe teilnehmen. Von letzter hat man jedenfalls auch am nächsten Tag noch was.
Für und Scooterfahrer erschließt sich dann aber noch die nähere Umgebung. Bei allen Fahrten ist es jedoch ratsam die Steilwände im Auge zu behalten. Steinschlag ist, wie ich selber feststellen durfte, nichts Außergewöhnliches. Wem das zu Gefährlich ist nimmt dann doch lieber an einer der reichlichen Weinproben teil.
Ohne Gepäck lässt sich dann aber die Umgebung bereisen. Wem die Bundestrasse entlang der Mosel zu langweilig wird kann sich dann mal an der L 187 und L 190 versuchen beide beginnen bei Trarbach. Sind aber nur Stellvertretend für viele schöne Nebenstrecken. Da geht so mancher Tank bei leer!
Eine Veranstaltung zu der ich leider zu spät in Kröv eintraf ist das jährliche Trachtenfest. Das ist aber auch der Zeitpunkt wo die Plätze auf dem Campingplatz knapp werden.
Was sich aber nach langer Anreise anbietet sich lange Spaziergänge in der Umgebung. Im Ort selber entdeckte ich einen kleinen Laden der selbst gebranntes verkaufte. Ich war erstaunt aus was man alles Schnaps und Likör brennen kann.
Meine Rückreise Richtung Norden setzte dann etwas übereilt ein. War am Morgen der Himmel noch schön blau setzte dann ab 10 Uhr eine „dicke Luft“ ein und der Himmel wurde stetig dunkler.

Rückreise
Meine Rückreise setzte dann etwas übereilt ein. War am Morgen der Himmel noch schön blau setzte dann ab 10 Uhr eine „dicke Luft“ ein und der Himmel wurde stetig dunkler.
Also schnell bezahlt, Zelt abgebaut und los. Als Ziel hatte ich mir das Deutsche Eck in Koblenz gesetz.
Die Rückfahrt verlief über die B 53 und B49. Schlau geworden durch die Schnellstraßen Panne blieb ich stur auf der B49 immer rechtsseitig der Mosel. Kurz vor Koblenz holte mich dann das Regenwetter in Unangenehmer weise doch noch ein. Kurz vor Lay hieß es wieder „Frosch an“.
Fahrstrecke Kröv – Koblenz 165 Km
Auch in Koblenz wurde das Wetter nicht besser. Nach kurzer Brotzeit entschloss ich mich dann doch Richtung Eifel abzuhauen. Da es kurz nach 15 Uhr war hatte ich vor meinen alten Campingplatz in Himberg oder aber einen weiteren in Richtung Sauerland aufzusuchen. Bei mittlerweile strömenden Regen ging es auf die rechte Rheinseite. Dort auf der B 42 Richtung Norden. Etwas Zeit habe ich dann noch an der Festung Ehrenbreitstein verbracht. Ab Unkel ging es dann wieder in die Eifel.

Strecke Koblenz – Olpe ca. 270 km.

Die kleine Pause an der Festung strafte mich aber spätestens am Biggestausee. Ging bis dort auch alles recht gut. Laut Navi sollte ich den Biggestausee über die Talbrücke Sondern überqueren. Nur die wird Renoviert. Nun war Guter Rat teuer. Es war auch schon kurz nach 19 Uhr. Die Auskunft einer Radfahrerin half dann nur bedingt. Kurze Strecke weiter gefahren und das Navi wollte stur wieder zurück zur Brücke. Also wieder Karten ausgepackt und selber gesucht. Nach reichlichen Umwegen war ich dann doch endlich auf dem Campingplatz „Vier Jahreszeiten“ gelandet. Natürlich zu spät. Büro zu! Ein freundlicher Mitarbeiter wies mich dann doch noch auf dem Platz ein. Sollte mein Zelt aufstellen und mich am nächsten Morgen anmelden.

Zu meinem Pech war der Hunger größer und ich fuhr erst zu einen etwas abseits liegenden Restaurant. Kaum war ich mit dem Essen fertig, goss es wie aus Eimern. Zurück zum Campingplatz und einen Platz gesucht. Beim Versuch die Heringe in den Boden zu drücken musste ich feststellen das es auf Schotter stand. Also Zelt halbfertig rüber auf die andere Platzseite geschliffen. Dort saß schon ein Radwanderer in seinen Zelt und bemängelte ebenfalls den Boden. Na toll. Trotzdem wurde es noch eine ruhige Nacht.
Campingplatz

Hinweis zum Campingplatz:
Zufahrt über Sondern! Sanitärräume sehr gepflegt. Keine Duschmünzen nötig. Es kann jedoch nicht vor 7 Uhr geduscht werden. Also nicht für Frühaufsteher. Frühstück im Kiosk auf dem Platz möglich. Boden wie schon angemerkt sehr fest, aber trocken. Besser dort ein Geodät-Zelt benutzen.
Am nächsten Morgen, nach dem ich mich an-und gleichzeitig wieder abgemeldet hatte brach dann auch wieder die Sonne durch.
Sauerland und Eifel scheinen sowieso ein Micro- Klima zu haben. Wo künstlich so viele Seen errichtet wurden, wo früher nur Wälder und Täler waren kommt es natürlich bei sommerlichen Temperaturen zu hoher Verdunstung und das Wasser muss ja auch wieder runter. Ich habe jedenfalls noch keine Tour in der Eifel komplett trocken erlebt. Eine Anekdote vom Möhnesee: Dort bricht pünktlich um 17 Uhr Sommerzeit der Wind weg. Während auf den Hügeln die Windkraftanlagen sich noch drehen ist auf dem See und am Ufer totale Flaute. Steht so auch als Information für Segler im Informationskasten der DLRG. Wer nicht rechtzeitig vom See runter ist muss eben paddeln.
Jedenfalls konnte ich den Rest des Weges bei recht heißem Wetter nach Hause fahren.

Bilder sind hier zu finden Bilder

Gruß
Jörg

2 Gedanken zu „Bremen – Mosel“

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